KOMPONISTEN

 

ADOLF IMHOF (1906-76) gründete 1957 den Oberwalliser Volksliederchor und war dessen Dirigent bis 1964. Sohn des Schmiedemeisters und Volksliedersammlers Josef-Marie Imhof. Studierte Philosophie an der Gregoriana in Rom und Theologie in Sitten, 1933 Vikar in Glis und 1939 Kaplan in Brig. Fortsetzung des Studiums an der nach Sitten exilierten Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. 1957-70 Lehrer für Deutsch, Latein und Französisch am Kollegium Brig. Von 1933-39 Harmonielehre und Komposition bei Charles Haenni in Sitten. Imhof schrieb zahlreiche Chorlieder, Duette, Tänze und Märsche, deren Texte, meist in Mundart, er auch selber verfasste. Sein populärstes Werk ist das Singspiel 'Im Gantertal' - Lieder wie 'Abschied vom Gantertal' - 'Bortellied' - 'z'Heimfahri' - 'zer Taferna' sind längst zu Volksliedern geworden. 1975 Kulturpreis der Stadt Brig. 1982 wurde ihm post mortem in Bern der 'Goldene Tell' in Anerkennung seiner Verdienste um das Volkslied verliehen.

OSKAR LAGGER der in Savièse lebende Walliser Komponist und Sänger war Musiklehrer am Seminar sowie langjähriger Direktor des Walliser Konservatoriums in Sion. Seine Lieder sind im Ober- wie Unterwallis gleichermassen populär, genannt seien zwei Titel aus unserem Repertoire: 'Danse macabre', 'Gentille batelière'. Oskar Lagger schrieb im Auftrag des Oberwalliser Volksliederchores eine Neubearbeitung des Singspiels 'Der letzte Sander' sowie eine mehrstimmige Dialektmesse. Breite Resonanz fanden auch dessen 'Wägä Baschi', der von seinem ehemaligen Schüler Norbert Carlen uraufgeführt wurde, ferner 'Stockalperis Edictum', das den 1. Preis beim Int. Kompositionswettbewerb des AlpenChorFestivals 2008 gewann und 2009 'Le Grand Rey-Bellet' in Monthey.

FELIX SCHMID (1915-95) von Ausserberg, prägendster Dirigent des Oberwalliser Volksliederchors (1964-87) und direkter Nachfolger von Adolf Imhof. Seinen Wunschberuf als Lehrer übte er in Unterbäch, Ausserberg und Visp aus, er leitete die Kirchenchöre von Raron, Grächen, Visperterminen und Zeneggen sowie die Jodlergruppen Balfrin Visp, Ahori Glis und Bärgarve Naters. Er hinterliess 194 Lieder, darunter das singspiel 'Der Dorftanz'. Viele seiner Lieder sind auf Tonträger zu hören. 1990 erhielt Felix Schmid in Brig den 'Goldenen Tell' für sein verdienstvolles Schaffen in der Volksmusik.

LUDWIG IMESCH, Schriftsteller, Mitbegründer und 1. Präsident des Oberwalliser Volksliederchores, Mitbegründer des Rottenbundes und der Oberwalliser Hörspielgruppe, als Hörspiel- und Romanautor schweizweit bekannt und geschätzt. Dr. Ludwig Imesch darf zurecht als einer der Pioniere zur Pflege und Förderung der Oberwalliser Mundart bezeichnet werden. Gedichte wie 'Rhonetal, miis Rhonetal' inspirierten die Komponisten Meier, Lagger, Schmid und Burgener zu unvergesslichen Melodien.

GREGOR BRANTSCHEN (1894-1987), geboren in Randa (VS), der 'Liederpfarrer', empfing die Priesterweihe 1919, war Pfarrer von Blatten im Lötschental, danach über 50 jahre Pfarrer von Zermatt. Erhielt seine musikalische Ausbildung zunächst von seinem Vater, einem versierten und vielseitigen Musiker und Organisten, danach bei Gustav Zimmermann, Charles Haenni und Johann Imahorn. Neben zahlreichen Kompositionen religiösen Inhalts sind v.a. seine weltlichen Lieder, deren Texte auch er selber verfasste, zum Volksgut geworden. Mit seinem Zermatter Trachtenchor wurden diese vom Radio und Fernsehen aufgezeichnet. Mitarbeit bei Liedersammlungen für Schule und Kirche. 1957 Oberwalliser Kulturpreis des Rottenbundes. Zu Brantschens bekanntesten Liedschöpfungen gehören das 'Lied der Alpenrose', 'Lied vom Hirtenknab', 'Der Geissbüäb' und 'Mis Heimatderfji'.

EUGEN MEIER, als Dirigent von Orchestern, Chören und Blaskapellen, als verständnisvoller Musiklehrer wie Leiter legendärer Operettenaufführungen, als weitsichtiger Mitbegründer der Oberwalliser Musikschule oder entscheidender Mitinitiant der Kulturzentrums La Poste hat der ehemalige Visper Musikdirektor (1962-99) das musikalische Oberwallis in den vergangenen 40 jahren geprägt wie kaum ein Zweiter. Der gebürtige Würenlinger studierte an der Musikakademie Zürich Orgel und bildete sich zum Kapellmeister mit Chorleiter- und Sologesangsdiplom an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien weiter. Eine Vielzahl populärer wie anspruchvoller Kompositionen, die zuletzt 2004 beim Wettbewerb des Schweizerischen Chorverbandes mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurden, lebt im Repertoire vieler Chöre weiter - genannt seien 'Di hibschi Ziit', 'Weischus dü', der Liederzyklus 'Lieder aus dem Tal' sowie zahlreiche Kompositionsaufträge, zuletzt zum 100jährigen Jubiläum des Simplontunnels oder im Rahmen des Pro Helvetia Programmes 'Kaleidoschorales'.

GUSTAV ZIMMERMANN (1877-1926), auch er ein Komponist aus Priesterstande, der gebürtige Sittener stammte aus alter Visperterminer Familie. Studium der Theologie in Innsbruck und Musik in München, war ab 1902 Musikprofessor am Kollegium Brig. Dirigent, Komponist und Fachmann für Orgel- und Glockendisposition. Ein grosser Erfolg war seine 'Lötschbergkantate' anlässlich der Eröffnung des BLS-Tunnels 1913. Er hinterliess eine grosse Menge an Kirchen-, Klavier-, Chor- und Orchestermusik. Nach wie vor bekannt bleiben die Lieder 'Z'Walliserland' und 'D'Jägeri'. 1931 widerfuhren ihm nach seinem frühen Tod post mortem mit der "Zimmermannfeier" grosse Ehren.

KARL BURGENER ist in Zermatt geboren, 1939 Matura am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig, 1939-44 am Priesterseminar in Sitten, Priesterweihe 1943, Pfarrer in Saas-Grund, St. Niklaus und Herbriggen, Musikausbildung bei Charles Haenni in Sitten und am Konservatorium Fribourg, Dirigent von Kirchenchören und Blasmusiken, schuf eine grosse Zahl religiöser Kompositionen: Messen, Offertorien, Motetten - daneben aber auch eine Menge weltlicher Lieder, als bekannteste 'Älplertanz', 'Sehnsucht nach dem Wallis', 'Mein Dorf St. Niklaus'. Mit seinen Geschwistern Mitherausgeber des 1983 im Rottenverlages erschienenen "Walliser Liederbuches", Verfasser von Werken zur Geschichte der ihm anvertrauten Pfarreien und Kirchen und des Oberwalliser Cäcilienverbandes, Mitbegründer des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusik Verbandes, Diözesanvertreter im Allgemeinen Cäcilienverband der Länder deutscher Sprache. Burgener schrieb die meisten seiner Texte selber.

GERMAN BURGENER, geboren 1936 in Zermatt, Matura am Kollegium St. Fidelis in Stans, Theologiestudium am Seminar Sitten und an der Universität Innsbruck. Priesterweihe 1962. Vikar in Brig, Pfarrer in Susten, Saas-Fee, Törbel und Gampel. Zusammen mit seinem Bruder Karl Burgener und seiner Schwester Lea Imboden-Burgener gab er das "Walliser Liederbuch" heraus. German Burgener komponierte neben Chorgesängen und Volksliedern auch Märsche, Ländler, Walzer, Polkas und Mazurkas, die er in der Sammlung "Melodien aus dem Oberwallis" gedruckt zugänglich machte.

JOHANN IMAHORN (1878-1957), geboren in Obergesteln im Goms. Sein kompositorisches Schaffen ist bis heute noch kaum erfasst. Der glühende Wagner-Verehrer schrieb geistliche wie weltliche Werke und engagierte sich zeitlebens für die Kirchenmusik, als Juror bei Chorwettbewerben, Orgelexperte, Schulinspektor und Vizepräses des Oberwalliser Cäcilienverbandes. Imahorn war eine Musikerpersönlichkeit, die weit über das Goms hinaus bekannt wurde. Nach der Matura in Brig studierte er am Priesterseminar in Sitten und Innsbruck Theologie, wurde 1901 Priester, wirkte 1902-25 als Rektor in Leuk und wurde ab 1925 als Chordirektor an die Luzerner Franziskanerkirche berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte.

FERDINAND OTTO WOLF (1838-1906). Der gebürtige Württemberger ist kein Geringerer als der Komponist der Walliser Landeshymne "Nennt mir das Land" nach dem Gedicht von Leo Luzian von Roten. Er studierte Musik und Naturwissenschaften in Gmünd und war 1856-58 Professor für Musik und Naturgeschichte am Kollegium Brig, ab 1861 Professor in Sitten, Organist der dortigen Kathedrale, Gründer des Kathedralchores, Präsident des Diözesanen Cäcilienverbandes (1891), Alpinist, Verfasser botanischer Schriften, erhielt das Walliser Ehrenburgerrecht.

STEFAN RUPPEN, aus Naters, Studium an der Swiss Jazz School in Bern. Nach der Ausbildung als Sekundarlehrer und Schulmusiker in Bern Studium in Chorleitung und Schulmusik an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern. Von 1984 bis 1991 Musiklehrer an der Orientierungsschule in Visp, 1987 bis 1991 Klavierlehrer an der Oberwalliser Musikschule. Seit 1992 ist er Musikprofessor am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig und Pianist bei der „Alex Rüedi Big Band“ und der „Jazz GmbH“. Dirigent der Spirit Singers und des Kirchenchores Glis, 1998 Kulturpreisträger des Kantons Wallis. Als Komponist und Arrangeur äusserst vielseitig - neben der Blattner-Oper 2007 sind 3 Lieder nach Gedichten von Hubert Theler äusserst populär.
ANDREAS ZURBRIGGEN, ist 1986 in Saas Fee geboren, studiert Komposition im Hauptfach an der Hochschule der Künste Bern und Musikwissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Bern. Mehrere Preise beim Schreibwettbewerb des Kollegiums Spiritus Sanctus Brig. Für Chor hat er das innige "Am Gletschersee" geschrieben, er erhielt ausserdem Aufträge für Festivals wie das forum : : wallis, Davos Festival, Shanghai Int. New Music Week, seine Kompositionen wurden auch vom Schweizer Radio aufgezeichnet.

HANNES TAUGWALDER (1910-2007), Schriftsteller, Unternehmer, in Zermatt geboren, verfasste zahllose Gedichte, Essays und Romane, die meisten davon in Walliser Mundart, viele seiner Texte fanden in den Melodien von Eugen Meier, Javier Hagen (beide 1. Preise beim Int. Kompositionswettbewerb des ECV 2004) oder Felix Schmid und Oskar Lagger weite Verbreitung. Für den Volksliederchor schrieb Taugwalder u.a. die Texte zum Singspiel 'Der Dorftanz', der neben Aufführungen im Wallis ein bejubeltes Gastspiel in Baden erfuhr. 2006 ist sein letzter Roman 'Und sie würfelten mit ihren Herzen' erschienen.

HUBERT THELER, Lyriker, geboren 1959 in Raron, lebt und arbeitet heute als freier Schriftsteller und Kulturberater in Brig. Ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Fribourg. Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Forschungs- und Beratungstätigkeit im Bereich Kulturpolitik. Expertentätigkeit für den Europarat. Unter seinen Gedichten ragen die Sammlungen "Dem fahrenden Wald", "Wäglätä", "Bo jekkos" und "Bo gsich" hervor. 2007 erscheinen die Psalmen in Thelers Walliserdeutscher Übertragung.

  Neben dieser Reihe von Oberwalliser Komponisten und Dichtern dürfen jene französischer Muttersprache nicht fehlen, deren Werke nicht nur in der Romandie und im Unterwallis, sondern auch hierzulande gepflegt werden. Teils sind sie Walliser Herkunft, teils lebten und arbeiteten sie zeitlebens im Wallis, oder sie waren die Lehrer und Wegbereiter mancher der oben angeführten Musiker:
GEORGES HAENNI, SION (1896-1980) - Link

JEAN DAETWYLER (1907-94) - Link

ABBÉ JOSEPH BOVET (1879-1951) - Link

CHARLES HAENNI, SION (1867-1953) - Link

ABBÉ PIERRE KAELIN (1913-95) - Link

CARLO BOLLER (1896-1952) - Link

ANDRÉ DUCRET - Link

 

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